Tessi & Tipo - Die Entdeckung  der Ozeanversauerung - Ein Kinderbuch zum Lesen und Vorlesen

Info (at) tessi-und-tipo.de
Wissenschaft/Paläontologie:

Warum sind Foraminiferen für Wissenschaftler so interessant?


Jeder Gegenstand den du anfassen kannst z.B. Plastik, Holz, Stoff, etc besteht aus Elementen. Elemente kannst du dir wie winzige Bauteile vorstellen, die zusammengesetzt werden. Je nachdem aus welchen Elementen ein Gegenstand besteht fühlt sich dieser glatt, weich, rau, hart, weich etc. an. Die Kalkschale der Foraminiferen besteht ebenfalls aus Elementen. Sie besteht vor allem aus der Elementverbindung Karbonat (CO32-). An dieses Karbonat lagert sich gewöhnlich ein weiteres Element, nämlich Kalzium (Ca2+) an und damit entsteht Kalziumkarbonat (CaCO3). Ab und zu benutzt die Foraminifere aber statt Kalzium auch ein anderes Element, z.B. Magnesium oder Strontium. Diese Elemente, die die Foraminifere für den Bau ihrer Kalkschale benötigt nimmt sie sich aus dem Meerwasser.


Wenn Foraminiferen sterben, so sinken ihre Gehäuse auf den Meeresboden. Am Meeresboden können sie über Millionen von Jahren erhalten bleiben. In dieser Zeit werden sie von Sand und anderen Teilchen (=Sediment) bedeckt, die unseren Meeresboden bilden. Wissenschaftler haben spezielle Werkzeuge, mit denen sie ein Loch in den Meeresboden bohren können. Das herausgebohrte Sediment können sie sich anschließend anschauen. In dem Sediment können sie dann noch Gehäuse von Foraminiferen finden. In der oberen Sedimentschicht sind Foraminiferen, die noch nicht sehr lange tot sind, in den unteren Sedimentschichten findet man jedoch unglaublich alte Gehäuse. Anhand der Sedimenttiefe wissen die Forscher zu welchem Zeitalter die jeweiligen Foraminiferen gelebt haben. Außerdem können sie mit speziellen Messgeräten messen wie viel Kalzium bzw. Magnesium die Foraminifere für den Bau ihres Gehäuses verwendet hat. Der Einbau dieser Elemente hängt von äußeren Umweltbedingungen ab. Wenn es zum Beispiel sehr warm ist, bauen Foraminiferen häufig mehr Mg  ein als wenn es kalt ist. So wissen die Froscher, dass es früher Zeiten gab, in denen es viel wärmer bzw. viel kälter auf unserer Erde war. Diese Art von Forschung nennt man Paläoklimatologie. Dieses Wort kommt aus dem Griechischen; paläo bedeutet nämlich „alt“.

Forams verschiedener Größen
Forams